Routing |
Aus den verschiedensten Gründen werden Netzwerke in mehrere kleinere Netzwerke aufgesplittet. Aufgrund technischer Gegebenheiten kann es sinnvoll sein, weil beispielsweise unterschiedliche physikalische Netzträger verwendet werden, etwa Ethernet und Token-Ring. Aus geografischen Gründen ist es notwendig, wenn eine Filiale über Modem oder ISDN angekoppelt werden soll. Ein weiterer Grund kann das Ziel sein, die Netzlast in den einzelnen Netzen zu reduzieren.
route add host Host gateway Gateway metric Metric route add net Netz gateway Gateway metric Metric route add default gateway Gateway metric Metric |
Der erste Parameter ist das Ziel der Route, mit Gateway wird der weiterleitende Rechner angegeben und mit Metric wird die Priorität der Route angegeben. Dieser Parameter wird benötigt, wenn es mehrere Routen zu einem Ziel mit unterschiedlicher Geschwindigkeit gibt. Der schnellsten Route wird die höchste Priorität beispielsweise 1 vergeben. Fällt diese aus, kann dann auf die mit der niedrigeren Priorität 2 oder 3 ausgewichen werden. In Netzen ohne Ausfallleitungen wird hier normalerweise 1 angegeben.
route add host 192.168.3.32 gateway 192.168.2.112 metric 1 |
route add net 192.168.3.0 gateway 192.168.2.112 metric 1 |
route add default gateway 192.168.2.212 metric 1 |
Der Eintrag default entspricht der IP-Nummer 0.0.0.0. Im Beispiel kann man dann eine default-Route setzen, wenn es zu anderen Netzen kein weiteres Gateway gibt. In Netzen mit Internetzugang werden normalerweise alle direkt erreichbaren Netze mit expliziten Routen erreicht und das Gateway zum Internet auf default gesetzt.
route add net 192.168.3.0 netmask 255.255.255.128 \ gateway 192.168.2.112 metric 1 |
In diesem Fall würden die Adressen 192.168.3.1 bis 126 über das Gateway 192.168.2.112 geleitet.
route delete net Zieladresse Gateway route delete host Zieladresse Gateway |
Der metric-Parameter wird nur beim dynamischen Routing verwendet, um eine Bewertung der Qualität der Strecke vorzunehmen. Bei statischem Routing ist der Parameter irrelevant.1)
Die aktuellen Routingtabellen kann man mit dem Befehl netstat und der Option -r angezeigt werden.
gaston> netstat -r Kernel IP routing table Destination Gateway Genmask Iface 192.168.109.0 * 255.255.255.0 eth0 loopback * 255.0.0.0 lo |
In der ersten Spalte stehen die Ziele, unter Gateway findet sich der Router, der aufgesucht wird, um das Ziel zu erreichen. Die Genmask beschreibt die Netzwerkmaske, die bei dem angegebenen Ziel vorausgesetzt wird und zu guter Letzt folgt das Interface, über das die Pakete abgesetzt werden.
Ein Beispiel für statisches Routen können Sie hier
finden.
Subnetze
Subnetting ist nach außen unsichtbar
Anstatt für jedes Teilnetz eine eigene Netzkennung zu verwenden, kann man
auch ein großes Netz in Unternetze zerteilen.
Von außen ist diese Unterteilung nicht zu sehen und das Netz wird von
fremden Routern als ein einheitliches Netz angesehen. Erst wenn Pakete ins
Innere des Netzes gelangen, wird es durch die internen Router weitergeleitet.
Netzmaske
Um ein Netzwerk derart zu unterteilen, wird die Netzmaske verändert.
Die Netzmaske gibt an, welcher Teil der IP-Nummer das Teilnetz bestimmt und
welcher Teil der Nummer einen einzelnen Rechner. Die Maske enthält für jedes
Bit, das zur Netzwerkadresse gehören soll, eine 1. Für die drei Klassen von
Netzen sind folgende Netzmasken Standard:
| Klasse | ; hexadezimal | ; dezimal |
|---|---|---|
| Class A | 0xFF000000 | 255.0.0.0 |
| Class B | 0xFFFF0000 | 255.255.0.0 |
| Class C | 0xFFFFFF00 | 255.255.255.0 |
In der folgenden Tabelle werden drei IP-Nummern der verschiedenen Netzklasse anhand der Standardnetzmaske in Netz- und Hostanteil aufgegliedert.
Die Netzwerkmaske ist bitweise konfigurierbar. Und zwar kann der Anteil der Netzwerkkennung vergrößert werden. Wird eine Netzwerkmaske um ein Bit erhöht, wird damit das Netz in zwei Teilnetze zerlegt. Bei einem Class C Netz würde dann die Netzmaske 255.255.255.128 lauten. Die 128 mag etwas überraschen. Aber von dem rechten Byte wird das am weitesten links stehende Bit verwendet. Die Dualdarstellung von 128 ist 1000000. Damit werden alle Hostnummern, die größer als 128 sind zu dem einen Teilnetz und alle die kleiner sind, zu dem anderen Teilnetz.
Es gehen bei der Teilung in Subnetze auch IP-Nummern verloren, die nicht mehr verwendet werden können. Denn für beide Teilnetze gilt die Regel, dass Adressen, bei denen alle Hostbits 0 oder 1 sind, nicht für die Adressierung von Rechnern verwendet werden dürfen. Das wäre im Beispiel die Nummern 0, 127, 128 und 255.
In der folgenden Grafik ist eine Class B Adresse mit Subnetzmaske dargestellt. Die Standardnetzmaske ist bei Class B ja 255.255.0.0. In diesem Fall soll das erste Halbbyte der Hostkennung noch mit zur Netzadresse genommen werden. Von links beginnend haben die Bits den Wert 128, 64, 32 und 16. Die andere Hälfte des Bytes bleibt Null, da es nicht in die Netzmaske einfließen soll. Die Summe aus 128, 64, 32 und 16 ist 240. Das ist damit die Netzmaske des dritten Bytes.
Man teilt das Netz logisch durch die Netzmaske. Physisch werden die Kabel voneinander getrennt und durch ein Gateway verbunden, das zwei Netzwerkkarten besitzt. So kann ein Programmierer seine Dokumentation zur sprachlichen Kontrolle immer noch an die Sekretärin senden. Das Gateway wird die Pakete von dem einen Netz ins andere übertragen. Der restliche Netzverkehr bleibt im jeweiligen Teilnetz.
Das EGP informiert über die Erreichbarkeit autonomer Systeme. Ein autonomes
System kann ein komplexes Netzwerk mit diversen internen Routern sein. Es muss
nur nach außen abgeschlossen sein.2)
Die Änderungen durch die neue Norm konnte recht problemlos und schnell im
Internet umgesetzt werden, da sie an sich nur die Routingtabellen betrifft.
Und in den meisten Fällen müssen sie nur in den Routern gesetzt werden, da
die Arbeitsplätze in den meisten Fällen ohnehin nur die Defaultroute zum
Gateway verwenden.
Da Router ihre Routingtabellen dynamisch austauschen, ist die Konsistenz
leicht zu gewährleisten.
CIDR war neben dem Einsatz von Masqerading
die entscheidende Technik, um
das Problem der ausgehenden IP-Nummern zu umgehen.
In lokalen Netzwerken ist der Einsatz von CIDR nicht besonders sinnvoll, da
hier keine dynamischen Routingverwahren zur Verfügung stehen und damit die
Netzmasken von Hand konsistent gehalten werden müssten. Dazu kommt, dass
die Einträge für die Netzmasken dann nicht nur auf die Router
beschränkt sind, sondern auch den einzelnen Arbeitsplätzen mitgegeben werden
müssten.
Dynamisches Routen
Insbesondere das Internet mit seinen vielen Teilnetzen und der ständigen Veränderung erfordert ein Routingverfahren, das sich dynamisch verändert. Für diese Zwecke gibt es diverse Protokolle, die nur dazu dienen, solche Veränderungen festzustellen und in den Routingtabellen zu aktualisieren.
In einem LAN (Local Area Network), das nicht
Bestandteil Internets ist, das nicht mehrere Ausfallrouten besitzt, ist der
Einsatz dynamischer Routingprotokolle nicht sinnvoll.
routed und gated
Das dynamische Routen wird beispielsweise durch den routed, der
das RIP (Routing Information Protocol) implementiert, realisiert. Der
gated kann neben RIP auch das externe Routing EGP
(Exterior Gateway Protocol) durchführen.
Dynamisches Routen ist das Rückgrat des Internets. Da die Router im
ständigen Austausch über die Qualität der Leitungen stehen, können defekte
Leitungen auf Umwegen automatisch vermieden werden.
CIDR - Classless Inter-Domain Routing
Mit zunehmender Beliebtheit des Internets wurden die Flaschenhälse immer
sichtbarer. So war die Idee, 32 Bit für die TCP/IP-Nummer zu verwenden, bei
Ausbau des Netzes absehbar begrenzt. Zwar umfassen 4 Byte etwa 4 Milliarden
Rechner und das war immerhin die damalige Anzahl der Weltbevölkerung, aber
bei genauerem Hinsehen war die Zahl doch nicht so großzügig.
So gehen bei jedem Netz zwei Adressen für die 0 und die Broadcastadresse
verloren. Dazu kommt, dass eine Firma, die ein Class C Netzwerk betreibt,
üblicherweise nicht alle 254 Adressen auch wirklich einsetzt.
RFC 1519
So wurde um 1993 das CIDR eingeführt.3)
Die Idee war, dass man dem Netz eine
Netzmaske mitgab und erst durch die Netzwerkklasse bestimmt wird, wieviele
Rechner in ein Teilnetz gehört. Wenn es nun noch möglich würde, die
benachbarten IP-Nummern lokal zu bündeln, würde man sogar die Anzahl der
Routingeinträge reduzieren können.
CIDR war eigentlich als Übergangslösung bis zum Einsatz der neuen 128 Bit
TCP/IP-Nummern dem IPv6 gedacht.
1
vgl. Hunt, Craig: TCP/IP Network Administration. O'Reilly, Sebastopol, 1994. p 138. Aktuelle deutsche Version:
Hunt, Craig: TCP/ IP. Netzwerk-Administration.
2
vgl. Hurt, Craig: TCP/IP Network Administration. 1994. pp. 142.
3
Nemeth, Evi / Snyder, Garth / Seebass, Scott / Hein, Trent R.: UNIX
Systemverwaltung. Markt+Technik - Prentice Hall, 2001. S. 357-360.
|
Diese Seite basiert auf Inhalten aus dem Buch
Arnold Willemer: Wie werde ich UNIX-Guru Verlagsrechte bei galileo computing |
| Homepage |
(C) Copyright 2002 Arnold Willemer
|