APIPA - Automatic Private IP Addressing

Willemers Informatik-Ecke

DHCP-Clients ohne Server

Unter Windows ab der Version 98 ist ein Mechanismus eingebaut, mit dem sich die Rechner ihre Grundkonfiguration selbst einstellen. Dazu muss TCP/IP installiert werden und statt einer manuellen IP-Adresse wird DHCP angewählt. Findet der Rechner beim Start keinen DHCP-Server, verwendet der Rechner APIPA, um sich selbst eine gültige IP-Nummer zu beschaffen. Dazu sucht er sich eine IP-Adresse aus dem Class B-Netz mit der Adresse 169.254.0.0 und der Subnetzmaske 255.255.0.0 aus und prüft per ARP (Address Resolution Protocol) nach, ob die Adresse bereits verwendet wird.

Die Internet Assigned Numbers Authority (IANA) hat die Adresse 169.254.0.0 für Automatic Private IP Addressing reserviert.

Ein Rechner, der mit APIPA läuft, hält alle fünf Minuten Ausschau nach einem DHCP-Server. Findet sich einer, verwirft der PC seine IP-Adresse und holt sich diese beim DHCP-Server.

Man kann durch Aufruf des Befehls ipconfig feststellen, welche IP-Nummer der Rechner zugewiesen bekommen hat.

Man kann natürlich seinem Rechner auch manuell eine Adresse aus dem Bereich 169.254.0.0 zuweisen. Das hätte den Vorteil, dass man schnell dynamisch andere Rechner in das Netz integrieren kann. Ein Rechner, der APIPA aktiviert hat, kann mit Rechnern anderer Netznummern nicht kommunizieren.

Namensgebung

Da die IP-Adresse frei zugeteilt wird, bekommt der Rechnername eine besondere Bedeutung. Er sollte gut gewählt sein, damit man Zweideutigkeiten vermeidet. Der Name wird eingestellt über:

Systemsteuerung - Netzwerk - Register - Identifikation

Durch APIPA werden nicht nur die IP-Adressen automatisch verteilt. Auf der Basis des TCP/IP kann der altbekannte NetBIOS Namensdienst arbeiten. Dieser Name kann dann auch von TCP/IP verwendet werden, um einen TCP/IP-Dienst auf dem anderen Server anzusprechen. Natürlich ist es damit auch möglich, einen Peer To Peer Dienst im Windows-Netz anzusprechen.

Abschalten

In Umgebungen, die auf einem DHCP-Server basieren, ist dieses Verhalten eventuell unerwünscht. Man kann es darum über die Registry abschalten.

Starten von Regedit.exe. Darin den folgenden Schlüssel anwählen:

HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Services\Tcpip\Parameters\Interfaces

Darin finden sich alle Interfaces. Hier wird das betroffene Interface gewählt. Darin wird aus dem Edit-Menü der Punkt New DWORD gewählt. Der Name muss IPAutoconfigurationEnabled lauten. Der Wert wird auf 0 gesetzt.

Rendezvous mit dem Apfel

Das gleiche Verfahren verwendet Apple als Basis für das ab Version 10.0.2 des MacOS verfügbare Protokoll Rendezvous. Rendezvous geht aber weit über die Möglichkeiten des APIPA hinaus und implementiert eine automatische Erkennung und Veröffentlichung von Diensten.

Allerdings verwendet Apple für den Namensdienst nicht den propitiären NetBIOS, sondern den auf TCP/IP aufbauenden multicast Domain Name Service (mDNS). Aus diesem Grund sind Macs und Windows-PCs nicht über Namen verkoppelbar, sondern bestenfalls über ihre IP-Nummern.

Einschränkungen

Aus naheliegenden Gründen, kann APIPA nicht über Router hinweg funktionieren. Die Anzahl der beteiligten Rechner sollte nicht zu hoch sein. In den Quellen findet man Empfehlungen von 25 bis 100 Rechnern maximal.

Eine solche Umgebung sollte nur dann verwendet werden, wenn der Internetzugang per Masquerading (NAT) oder über einen Proxy erfolgt.

Das Booten eines Rechners, der mit APIPA nach seiner eigenen Identität sucht, dauert bis zu 60 Sekunden länger als gewohnt.

APIPA ist weder unter Windows 95 noch unter Windows NT verfügbar.

Weitere Informationen

Weitere Informationen von Microsoft zu diesem Thema:
http://support.microsoft.com/support/kb/articles/Q220/8/74.ASP


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