Grundausstattung Bordwerkzeug TCP/IP |
Die Verbindung zwischen zwei Rechnern wird am einfachsten über ping
geprüft. ping gehört zur Protokollfamilie ICMP (Internet Control
Message Protocol). ICMP-Pakete werden versandt, wenn
Mit ping kann man recht schnell einige Problemen erkennen bzw.
ausschließen. Hier sind ein paar Handgriffe und ihre Interpretation
genannt. Als Beispiel dient ein Computer mit der TCP/IP Nummer
192.168.109.144 namens gaston.
Mit großen Paketen kann man auch eine hohe Netzlast simulieren.
ICMP und ping
ping prüft Leitungen, nicht Rechner
Die Tatsache, dass ein Rechner auf ein Pingsignal reagiert, heißt nicht
zwingend, dass er auch arbeitsfähig ist. So reagiert das OS/2 PC/TCP sogar
noch, wenn der Rechner in den Systemabschluss gefahren wurde und noch nicht
ausgeschaltet wurde. Aber es sagt genau das, was es soll, dass nämlich eine
Netzwerkverbindung zu dem Rechner besteht und zumindest ein minimaler TCP/IP
Service läuft.
Wenn ein Ping partout nicht durchkommt, kann es sein, dass eine Firewall
ICMP-Pakete nicht durchlässt. Da ICMP oft auch für Angriffe aus dem
Internet verwendet werden, werden
sie inzwischen immer häufiger von Firewalls nicht mehr durchgelassen.
Anfällig sind allerdings höchstens ältere Systeme.1)
ping 192.168.109.144
ping 192.168.109.99
ping gaston
ping 10.4.4.4
ping -s 40000 192.168.109.143
Active Internet connections (w/o servers) Proto Recv-Q Send-Q Local Address Foreign Address State tcp 0 0 gaston.willemer.edu:ftp silver.willemer.ed:1072 ESTABLISHED tcp 0 0 gaston.willemer.:telnet silver.willemer.ed:1071 ESTABLISHED tcp 1 0 217.3.183.140:1253 195.30.193.73:www-http CLOSE_WAIT tcp 1 0 217.3.183.140:1252 195.30.193.73:www-http CLOSE_WAIT tcp 1 0 217.3.183.140:1251 195.30.193.73:www-http CLOSE_WAIT |
Local Address zeigt die Sockets dieser Maschine und Foreign Address die verbundenen Maschinen. Die Zahlen hinter den Maschinen sind die Sockets, die durch die Namen der Ports ersetzt sind, sofern sie in der /etc/services aufgeführt sind.
gaston> netstat -i Kernel Schnittstellentabelle Iface MTU Met RX-OK RX-ERR RX-DRP RX-OVR TX-OK TX-ERR TX-DRP TX-OVR Flg eth0 1500 0 0 0 0 0 4 0 0 0 BMRU lo 16436 0 259 0 0 0 259 0 0 0 LRU ppp0 1524 0 31 0 0 0 35 0 0 0 MOPRU gaston> netstat -i Kernel Schnittstellentabelle Iface MTU Met RX-OK RX-ERR RX-DRP RX-OVR TX-OK TX-ERR TX-DRP TX-OVR Flg eth0 1500 0 0 0 0 0 4 0 0 0 BMRU lo 16436 0 421 0 0 0 421 0 0 0 LRU |
In der linken Spalte finden sich die Schnittstellen des Rechners. In der nächsten Spalte die Paketgröße. Es folgen Statistiken über die versandten und die fehlerhaften Pakete. Diese Zahlen werden aufsummiert und sind bei Rechnern, die lange im Netz stehen, manchmal recht hoch.
Das folgende Ausgabe stammt von einer HP-UX Maschine. Man sieht hier, dass nicht aktuell aktive Devices zwar angezeigt werden aber nicht belegt sind.
hpsrv# netstat -i Name Mtu Network Address Ipkts Ierrs Opkts Oerrs Coll ni0* 0 none none 0 0 0 0 0 ni1* 0 none none 0 0 0 0 0 lo0 4608 loopback localhost 86 0 86 0 0 lan0 1497 192.168.109 hpsrv 75 0 63 0 0 hpsrv# |
In den Spalten Ipkts und Opkts werden die Anzahl der Pakete seit dem Booten angezeigt. Ierrs und Oerrs sind dabei die Fehlerpakete. Dabei steht I für Input und O für Output. Damit kann der Datenverkehr genauer analysiert werden. Die Spalte Coll zeigt die Kollision von Paketen auf dem Netz. Bei Ethernet gehören Kollisionen zum Protokoll. Liegt der Anteil aber merkbar hoch, kommt es häufig zu Kollisionen. Dann sollte man versuchen, die Netzlast zu reduzieren.
gaston# netstat -r Kernel IP routing table Destination Gateway Genmask Flags MSS Window irtt Iface 192.168.109.0 * 255.255.255.0 U 0 0 0 eth0 loopback * 255.0.0.0 U 0 0 0 lo |
Dieser Rechner hat nur einen Netzadapter und loopback. Es gibt auch nur die eine Route auf sein eigenes Netz. Die angezeigten Flags haben die folgende Bedeutung
| Flag | Bedeutung |
|---|---|
| U | used: die Route wird verwendet |
| G | gateway: die Route zeigt auf ein ganzes Netz über ein Gateway |
| H | host: diese Route zeigt nur auf einen einzelnen Rechner |
| D | dumped: wurde durch dynamisches Routen abgeschaltet |
gaston# traceroute www.willemer.de traceroute to www.willemer.de (212.227.118.90), 30 hops max, 40 byte packets 1 217.5.127.105 (217.5.127.105) 59 ms 50 ms 50 ms 2 217.5.127.94 (217.5.127.94) 50 ms 50 ms 50 ms 3 FL-EB1.FL.DE.net.dtag.de (62.154.11.159) 50 ms 50 ms 50 ms 4 F-gw12.F.net.DTAG.DE (62.154.17.194) 60 ms 60 ms 60 ms 5 62.156.128.106 (62.156.128.106) 60 ms 60 ms 70 ms 6 so-1100.gw-backbone-a.ka.schlund.net (212.227.112.85) 60 ms 60 ms 61 ms 7 c1.gw-core-a.ka.schlund.net (195.20.224.19) 59 ms 70 ms 60 ms 8 * kundenserver.de (212.227.118.90) 71 ms 70 ms gaston# |
Wenn bei der Routenverfolgung nur noch Sterne angezeigt werden, dann deutet dies auf einen Fehler ab der letzten angezeigten, also funktionierenden Route hin. Interessant ist diese Information um festzustellen, ob ein Problem innerhalb oder außerhalb der eigenen Routenverantwortlichkeit liegt und um evtl. weitere Schritte einleiten zu können.
HP-UX stellt mit dem lanadm ein interaktives Programm zur Verfügung, mit dem
man Statistiken auf der Paketebene sehen kann. Nach dem Starten erreicht man
ein Menü, von dessen Punkten lan interessant ist. Im nächsten Menü kann
man die Statistik wieder zurücksetzen. Mit dem Kommando display
erhält mein eine Statistik. Mit clear werden die Statistiken
zurückgesetzt.
HP-UX: lanadmin
1 vgl.
Ziegler, Robert: Linux Firewalls. Markt+Technik, München, 2000. S. 61.
Diese Seite basiert auf Inhalten aus dem Buch
Arnold Willemer: Wie werde ich UNIX-Guru
Verlagsrechte bei galileo computing
| Homepage |
(C) Copyright 2002 Arnold Willemer
|