WAN-Verbindungen

Unter WAN-Verbindungen (WAN: Wide Area Network) versteht man Verbindungen zwischen LANs, Local Area Networks. Diese erfolgen i. A. per Modem oder über ISDN. Solche Verbindungen unterliegen mehreren Besonderheiten: Um eine Modemverbingung in das TCP/IP-Netz zu integrieren sind die beiden verbreitetsten Protokolle SLIP und PPP.

SLIP

SLIP ist ist die ältere Version, die nicht durch irgendeinen Standard definiert ist. Sie ist allerdings noch verbreitet, vor allem in älteren Systemen. Im SLIP wird zur Definition der Schnittstelle statt dem Befehl ifconfig der Befehl slattach verwendet. (SUN, SCO):
    slattach  <serielles Device>  <hiesige IP-Nr>  <IP-Nr. der Gegenstelle>
Es muß also die Zieladresse im Vorhinein bekannt sein.

slogin

Mit slogin ist es möglich, kurzfristige Verbindungen zu anderen Netzen aufzubauen.vgl.: Hurt pp. 127-129.

Besonderheiten verschiedener Implementationen

SCO kennt den Befehl sldeattach <tcp-Schnittstelle> Dieser gibt die Schnittstelle für normale Dienste wie Terminal- oder Modemanschluß wieder frei. tcp-Schnittstelle meint hier nicht das Schnittstellen-Device wie beim slattach, sondern der Name des Interface, wie er beim netstat -i erscheint.

AIX verwendet slattach für die Zuordnung der seriellen Schnittstelle und ifconfig zur Definition der IP-Nummer.

    slattach /dev/tty1 '""ATZ OK \pATDT 5544 CONNECT""'

PPP: Point to Point Protocol

PPP ist durch eine RFC standardisiert. Es hat ein 3-Layer Protokoll, das auf dem HDLC (High-Level Data Link Control) basiert. Das HDLC definiert Frames und Prüfsumme für das PPP. PPP-Frames können neben TCP/IP-Paketen auch andere Pakettypen transportieren, wie etwa IPX (alter Novell-Standard) oder AppleTalk.

Das Link Control Protocol handelt mit dem Gegenüber die Leitungskonfiguration aus, wie etwa die MRU (maximal receive unit).

Portüberwachung

Davon ausgehend, daß der serielle Port für die Fremdanmeldung verwendet wird, muß ein Programm diesen beobachten. Diese Situation ist bereits von den Terminals bekannt. Hier wird über die Datei /etc/inittab das Programm getty eingesetzt.

/etc/inittab und getty

Ein Eintrag für einen Prozeß, der mittels respawn dafür sorgt, daß die Leitung bedient wird. Sobald der letzte Kindprozeß stirbt, startet der init-Prozeß das angegebene Programm getty, wenn in der Zeile respawn steht.

g:respawn:...

Verbindungsaufbau

Eine Verbindung wird mit dem Befehl

    ppp  <eigene IP-Nr>:[<IP-Nr der Gegenstelle>]  <Device>  &

hergestellt. Wird die IP-Nr. der Gegenstelle nicht angegeben, ``lernt'' ppp diese beim Verbindungsaufbau. Unter Linux lautet der Befehl zur Verbindungsaufnahme

    pppd /dev/cua3 38400 crtscts defaultroute

Es wird hier COM4 mit 38400 Baud eröffnet. Das RTS/CTS-Hardware Handshaking wird eingeschaltet.

Der pppd sucht nach der Datei /etc/ppp/options. Dort findet er beispielsweise

auth	# eine Authentisierung ist erforderlich
use hostname
lock	# UUCP konformes Devicelocking
domain willemer.de

Anmeldung

Es gibt zwei wichtige Protokolle für die Anmeldung per PPP: CHAP und PAP. Der Hauptunterschied liegt darin, daß CHAP verschlüsselt arbeitet, während PAP die Kennwörter im Klartext über das Netz schickt. Aus diesem Grund wird meist CHAP verwendet.

Zugriff von Windows

Einwahlverbindungen erfolgen mit Hilfe des DFÜ-Netzwerkes (Dial-Up Networking).

Beim Starten erscheinen die Grundeinstellungen.

Im Folgedialog wird der Server beschrieben. An Protokollen wird TCP/IP, IPX und NetBEUI angeboten.

TCP/IP-Einstellungen:

Hier kann eingestellt werden, ob man die IP-Nummer von der Gegenstelle holt oder selbst festlegt, ob der Name-Server der Gegenseite ü,bernommen werden soll und ob als Default-Gateway das des entfernten Netzes verwendet werden kann.

Paketgrößen

Die MRU bestimmt die Größe eines Pakets und ist abhängig vom physikalischen Medium, über das das Paket versendet wird. Gerade im WAN-Bereich können große Pakete dadurch teuer werden, daß die Störungswahrscheinlichkeit höher ist und die Leitung langsam ist.

Die Windowgröße gibt an, welche Größe der Empfangspuffer der Maschine ist. Dieser Wert wird zwischen den Partnern beim Verbindungsaufbau ausgetauscht. Der Sender schickt immer soviele Daten bis das Window voll ist. Spätestens jetzt wartet er auf eine Bestätigung der Gegenseite. Erfolgt diese nicht, wird das vollständige Window noch einmal versandt.


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