UNIX und Notebooks

Willemers Informatik-Ecke

Peripherie und Kompatibilität

Besonders die PC-UNIX Systeme Linux und FreeBSD ermöglichen es, UNIX auf preisgünstigen Notebooks zu benutzen. Notebooks bringen allerdings aus mehreren Gründen zusätzliche Probleme mit sich, die eine normale Workstation nicht hat. Zunächst kann die Peripherie nicht so einfach ausgetauscht werden, wenn sich herausstellt, dass es dafür keinen Treiber gibt. Das ist insbesondere ein Problem, wenn sich herausstellt, dass für den verwendeten Grafikcontroller kein Treiber für das X Window System existiert. Viele Hersteller halten es für überflüssig, den Kunden über den Grafikchip zu informieren. Wenn es dann nicht passt, kann man auch nicht eine andere Grafikkarte kaufen und einbauen. Die PCMCIA-Karten können, anders als die gewohnten Steckkarten, im laufenden Betrieb gewechselt werden. Dadurch wird dem System ein fliegender Wechsel in der Konfiguration abverlangt. Zu guter Letzt wünscht sich der Besitzer die Möglichkeit, den Akku zu überwachen, zumindest aber, dass alle Möglichkeiten genutzt werden, Energie zu sparen, wenn er unterwegs mit dem Gerät arbeiten will.

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PCMCIA

Notebooks besitzen als Erweiterungsmöglichkeiten ein bis zwei Schächte, in die man so genannte PC-Cards oder auch PCMCIA-Karten einstecken kann. Die Karten haben die Größe einer Kreditkarte und können im laufenden Betrieb gewechselt werden. Sowohl bei FreeBSD als auch bei Linux arbeitet auf einem Notebook ein Prozess im Hintergrund, der die entsprechenden Slots überwacht. Der Dämon besitzt eine Konfigurationsdatei, in der die bekanntesten Karten und ihre Erkennungsmerkmale abgestellt sind.

pccardd unter FreeBSD

Unter FreeBSD wird der Dämon pccardd eingesetzt, um die PCMCIA-Slots zu überwachen. Als Information für die verschiedenen Karten dient die Datei pccard.conf im Verzeichnis /etc/default. Im Verzeichnis /etc befindet sich eine weitere Datei pccard.conf, die eingebunden wird. Die Einträge enthalten die Zeichenketten, mit denen sich eine Karte beim System zu erkennen gibt und enthält die Optionen und die zu startenden Treiber. In dem folgenden Ausschnitt ist ein Eintrag für eine Netzwerkkarte zu sehen.

# "Ethernet Adapter" "E2000 PCMCIA Ethernet"
card "Ethernet Adapter" "E2000 PCMCIA Ethernet"
        config  auto "ed" ?
        insert  /etc/pccard_ether $device start
        remove  /etc/pccard_ether $device stop

Interessant sind hier vor allem die erste Zeile. Wenn eine Karte sich mit diesen beiden Zeichenketten meldet, dann wird beim Einschieben der Befehl gestartet, der unter dem Stichwort insert steht. Es kann sein, dass die erworbene Karte zwar nicht erkannt wird, aber durchaus kompatibel zu einer anderen Karte in der pccard.conf ist. Unter welchem Namen die Karte sich gemeldet hatte und vom pccardd abgewiesen wurde, sieht man auf der Konsole oder in jedem Fall in der Protokolldatei /var/log/messages.

cardmgr und Linux

Der PC-Card Manager cardmgr wird unter Linux beim Booten gestartet und liest die Datei /etc/pcmcia/config. Darin werden alle bekannten PCMCIA-Karten aufgeführt. Auch hier werden vergleichbare Mechanismen benutzt, um PC-Cards zu erkennen und zu starten.

Problematische Peripherie

Nicht alles, was in einem Notebook eingebaut ist, lässt sich problemlos unter UNIX betreiben. Man findet mit Hilfe der gängigen Suchmaschinen aber leicht Informationen darüber, welche Systeme mit welchen Notebooks laufen. Sobald Sie das Notebook mit einer grafischen Oberfläche verwenden wollen, empfielt sich dringend ein Blick ins Internet. Schwierig können auch die eingebauten Netzwerkkarten werden. Unter Linux ist das meist weniger kritisch als unter FreeBSD. Bei den eingebauten Modems neuerer Generation handelt es sich meist um solche, die nur unter MS-Windows betrieben werden können. Das ist aber kein Drama, da man ja ein Modem leicht als PCMCIA bekommen kann.

Internet

Für nahezu jedes Notebook findet man im Internet Seiten, die beschreiben, wie man Linux auf diesem Gerät installieren kann. Dort findet man normalerweise auch Links auf die Treiber und Hinweise darauf, wenn Peripherie nicht ansprechbar ist. Man findet die Seiten leicht über jede beliebige Suchmaschine mit dem Notebooktyp und den Worten "Linux" und "installation" als Stichworten.

Software für den Akku

Sowohl Linux als auch FreeBSD unterstützen das Advanced Power Management (APM) eines Notebooks. Dabei wird im BIOS der Status der Stromversorgung abgefragt. Der Dämon apmd überwacht den Stand der Batterien. Es gibt Hinweise, dass nicht alle Notebooks die Standards des APM sauber einhalten. Im Zweifel sind die Manpages zu konsultieren oder die unten angegebenen Webseiten. Weite Informationsquellen sind die HOWTOs "Battery-Powered" und "Laptop". Leider gibt es von beiden bislang keine deutsche Übersetzung.

Mit installiertem apm wird ein shutdown -h, also ein halt, letztlich zum Ausschalten der Maschine führen.

Unter X läuft das Programm xapm. In der linken Hälfte wird eine Zeichenfolge angezeigt. Der Buchstabe B zeigt an, dass das Gerät auf Batterie läuft, ein P steht für die Spannungsversorgung durch das Netzteil. Im Batteriemodus steht dann der Prozentsatz der Ladung oder die Zeit, die der Akku das Gerät noch mit Spannung versorgen kann. Durch einen Mausklick kann man zwischen den Anzeigen umschalten. Auch der rechten Hälfte ist ein Balken zu sehen, der den Füllgrad der Akkus grafisch anzeigt.

Zum Thema Advanced Power Management und die Entwicklung unter Linux finden sich weitere Informationen unter der Seite

http://www.cs.utexas.edu/users/kharker/linux-laptop/apm.html

Die Homepage des apmd ist unter folgender URL zu finden:

http://www.cut.de/bkr/linux/apmd/apmd.html

Strom sparen ohne APM

Platten abschalten

Sollte das Notebook APM nicht unterstützen, kann man immerhin versuchen, die Festplattentätigkeit auf ein Minimum zu reduzieren. Damit ist immerhin einer der wichtigsten Verbraucher neben der CPU zu beeinflussen.

Mit dem Programm hdparm und der Option -S lässt sich die Zeit einstellen, die nach der letzten Plattenaktivität vergehen soll, bevor der Festplattenmotor abgestellt wird. Dadurch läßt sich einiges an Energie sparen. Der Wert hinter -S hat folgende Bedeutung:

Beispiel:

hdparm -S 120 /dev/hda
hdparm -S 242 /dev/hda
hdparm -S 0 /dev/hda

Im ersten Fall wird die Platte nach 10 Minuten, im zweiten nach einer Stunde Inaktivität abgeschaltet und im dritten Falle wird gar keine Plattenabschaltung durchgeführt.

crontab

In der Datei /etc/crontab sollte man nach Einträgen suchen, die häufig durchlaufen werden. Wird beispielsweise atrun jede Minute gestartet, ist es eher unwahrscheinlich, dass die Platte je zur Ruhe kommt. In den meisten Fällen ist es eine praktikable Lösung, wenn die at-Jobs nur alle Stunden laufen.


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