Linux Synchronisation mit PDA und Handy

Willemers Informatik-Ecke

Synchronisation zwischen GNOME und Palm Treo 650 per USB

Die folgende Beschreibung ist nicht mehr aktuell. Stand 2012.

Symbian S60 per Bluetooth

Um ein Symbian S60 Mobiltelefon zu synchronisieren, wird das Programm msynctool verwendet. Sie finden es im Paket multisync-tools. Darüber hinaus werden Sie die Plugins für die verschiedenen Kommunikationspartner, mindestens aber für E90 und Evolution brauchen. Diese finden sich in den Paketen opensync-plugin-syncml und opensync-plugin-evolution.

Es gibt dafür verschiedene grafische Oberflächen, die aber im Grunde das Gleiche tun wie das Kommandozeilenprogramm, nur etwas hübscher. Kandidaten dafür sind Multisync-qad für GNOME oder KitchenSync für die KDE.

Die Grundidee ist, dass eine Gruppe aus den Kandidaten gebildet wird, die miteinander synchronisieren. In unserem Beispiel wird die Gruppe aus dem Programm Evolution und einem Symbian S60 Handy bestehen.

$ msynctool --addgroup e90blue
Damit ist die Gruppe eröffnet. Es werden nun die Teilnehmer bestimmt. Welche Mitglieder überhaupt in die Gruppe können, wird durch die Plugins bestimmt.

$ msynctool --listplugins
Available plugins:
syncml-http-server
syncml-obex-client
evo2-sync
Für die Verbindung zu Evolution wird evo2-sync verwendet. Der Zugriff auf das Mobiltelefon erfolgt über den SyncML-Client, also syncml-obex-client.

Im nächsten Schritt werden die Teilnehmer der Gruppe hinzugefügt. Leider kann man die Teilnehmer nur hinzufügen und nicht wieder löschen. Bei Fehlern müssen Sie die ganze Gruppe löschen.

Der erste Teilnehmer sei Evolution. Zu der Gruppe e90blue wird also das Plugin evo2-sync als erster Teilnehmer hinzugefügt. Der zweite Teilnehmer ist nicht sehr überraschen.

$ msynctool --addmember e90blue evo2-sync
$ msynctool --addmember e90blue syncml-obex-client
Nun müssen die Teilnehmer konfiguriert werden. Mit evo2-sync haben wir Glück. Da gibt es keine Parameter. Aber zu dem Mobiltelefon muss einiges erzählt werden. Da wir über Bluetooth gehen wollen, müssen wir zwei Parameter vorher bestimmen: Die Bluetooth-Adresse, auch MAC genannt und den Kanal für den Dienst. Mit hcitool erfahren wir die MAC:
$ hcitool scan
Scanning ...
        00:17:E4:E6:4B:C4       Nokia 6230i
        00:1A:89:C2:34:B3       Nokia E90
        00:0E:ED:AF:D3:28       AWCommi
Das Nokia E90 ist unser Kandidat. Wir brauchen noch den Kanal des SyncMLClient-Dienstes. Um den Channel zu ermitteln, verwenden Sie das Tool sdptool. Es erscheint eine lange Liste von Diensten. Hier interessiert der SyncMLClient:
$ sdptool browse 00:1A:89:C2:34:B3
...
Service Name: SyncMLClient
Service RecHandle: 0x1000b
Service Class ID List:
  UUID 128: 00000002-0000-1000-8000-0002ee000002
Protocol Descriptor List:
  "L2CAP" (0x0100)
  "RFCOMM" (0x0003)
    Channel: 10
...
Nun kann die Konfiguration beginnen. Der Befehl hat als ersten Parameter die Gruppe und als zweites die Nummer des Teilnehmers. Hier ist es die 2.
$ msynctool --configure e90blue 2
Der folgende Befehl startet einen Editor mit der XML-Datei, die die Konfiguration enthält.
<config>
<bluetooth_address>00:1A:89:C2:34:B3</bluetooth_address>
<bluetooth_channel>10</bluetooth_channel>
<identifier>PC Suite</identifier>
<version>1</version>
<wbxml>1</wbxml>
<username></username>
<password></password>
<type>2</type>
<usestringtable>1</usestringtable>
<onlyreplace>0</onlyreplace>
<onlyLocaltime>0</onlyLocaltime>
<recvLimit>10000</recvLimit>
<maxObjSize>0</maxObjSize>
<contact_db>Contacts</contact_db>
<calendar_db>Calendar</calendar_db>
<note_db></note_db>
</config>
Der Identifier (hier PC Suite) entspricht dem Namen der Synchronisation, wie sie im Mobiltelefon definiert ist. Wenn hier der Name nicht exakt übereinstimmt, bricht später die Verbindung ab.

Nachdem diese Parameter erfasst wurden, kann die Synchronisation beginnen. Vorbereitend müssen Sie Evolution starten und das Handy zur Hand nehmen, es wird gleich fragen, ob der Zugriff erlaubt ist.

$ msynctool --sync e90blue
Manchmal klappt es nach einigen Versuchen gar nicht mehr. Dann hat es bei mir geholfen, den Rechner einmal neu zu starten, damit eine verlässliche Ausgangssituation da ist.
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