PLIP-Verbindung unter LINUX

Willemers Informatik-Ecke

Eine PLIP-Verbindung wird hardwaremässig über den Parallelport mit einem sogenannten parallelen Laplink-Kabel durchgeführt. Dieses Kabel ist im Handel leicht zu bekommen. Das Interessante an einer solchen Kopplung ist die leichte Verfügbarkeit der Teile. Eine parallele Schnittstelle hat jeder PC. Insbesondere bei älteren Notebooks ist vielleicht kein PCMCIA verfügbar. Und selbst wenn, braucht man dann eine entsprechende Ethernet-Karte, die dann vielleicht nicht den richtigen Anschluss (BNC statt Twisted Pair und 10 MBit/s statt 100 MBit/s) hat. Im Gegensatz zu einer seriellen Verbindung kann man mit der parallelen Schnittstelle deutlich höhere Transferraten erreichen.

Man kann mit dem LapLink-Kabel eine Point-To-Point-Verbindung zwischen zwei Computern unter Linux herstellen. Voraussetzung ist, dass die PLIP- und die Parallelport-Unterstützung im Kernel mindestens als Modul zugelassen ist. Dies ist beispielsweise bei der S.u.S.E.-Distribution standardmässig der Fall.

Das PLIP setzt in neueren Distributionen auf dem parport-Modul auf, das den Druck, aber auch andere Hardware wie ZIP-Laufwerke unterstützt. In allen Angaben wird davon ausgegangen, dass der erste Druckerport verwendet wird. Zunächst wird das parport auf den Interrupt 7 gesetzt. In der Datei /etc/conf.modules wird in der Zeile für parport_pc eingetragen:

parport_pc io=0x378 irq=7
Anschliessend werden die Treiber für parport und plip gestartet:
modprobe parport
modprobe plip
Bei älteren Installationen ist der parport als eigenes Modul nicht vorhanden. Dort reicht das Starten des PLIP-Modules. Mit dem Befehl lsmod wird kontrolliert, ob beide Module sauber geladen wurden. Nun kann ein Netzwerkinterface unter dem Namen plip0 angelegt werden. Dazu wird der Befehl ifconfig verwendet:
ifconfig plip0 192.168.199.1 pointopoint 192.168.199.2
Damit wird einerseits dem Interface plip0 die IP-Nummer 192.168.199.1 gegeben, andererseits aber gleichzeitig die Route auf den Rechner auf der anderen Seite gelegt. Auf dem Rechner der anderen Seite muss exakt das gleiche, jedoch mit vertauschten IP-Nummern durchgeführt werden.

Nun muss noch die Route für das PLIP-Device angegeben werden. Ansonsten führt selbst ein Ping auf die eigene Adresse zu einer Fehlermeldung "no route to host".

route add 192.168.199.1 plip1

Nun wird ein Ping auf die 192.168.199.1 versucht. Dieser sollte funktionieren.

Dies sollte einen kurzen Weg zu einer Verbindung beschreiben, wie sie bei mir funktioniert hat. Hintergrundinformationen findet sich im PLIP-Howto, das als Mini-Howto den meisten LINUX-Distributionen beiliegt.


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