Installation von openSUSE 10.2 und 10.3 auf dem Notebook Fujitsu-Siemens E 4010D

Willemers Informatik-Ecke

Das Notebook

Das Fujitsu-Siemens E 4010D ist ein etwas älteres Centrino-Notebook mit 1,4 GHz und einer Display-Auflösung von 1400x1050 auf einer 4:3 Diagonalen von 15,1 Zoll. Durch die feine Auflösung sind die Icons nicht mehr so groß, die Schrift sehr fein und vor allem PDFs sind extrem gut zu lesen.

Gegenüber modernen Artgenossen hat das Notebook noch eine serielle und eine parallele Schnittstelle. Die USB-Schnittstelle ist bereits von der Version 2.0 und damit schnell genug, auch mal eine Festplatte anzuhängen. Schade, dass es nur zwei sind und diese auch noch auf der Rückseite des Notebooks liegen.

Eine weitere Besonderheit ist, dass das DVD-Combo-Laufwerk mit einem kleinen Hebel herausgeholt werden kann. Optional kann hier ein Diskettenlaufwerk oder ein weiter Akku eingeschoben werden.

Etwas unglücklich ist es, dass über dem PCMCIA-Slot die Abdeckung übersteht. Auf diese Weise kann beispielsweise meine TV-Karte nicht eingeschoben werden.

Austausch des WLAN-Bausteins

Der eingebaute WLAN-Baustein arbeitet nach IEEE 802.11b und kann nur 11 MBit/s übertragen. Vor allem beherrscht er nur WEP-Verschlüsselung. Die wesentlich sichere WPA-Verschlüsselung ist erst ab IEEE 802.11g möglich. Da der WLAN-Baustein per mini-PCI angeschlossen ist, kann man ihn eigentlich problemlos austauschen.

Bevor man allerdings an das problemlose Austauschen gehen kann, muss man den die mini-PCI-Schnittstelle erst einmal finden.

Der Steckplatz befindet sich etwa unter der linken Hälfte der Tastatur und ist von oben erreichbar. Man muss die Tastatur also abnehmen. Dazu dreht man das Notebook um und entfernt alle Schrauben, außer der Reihe im vorderen Bereich.

Dann klappt man das Notebook weit auf, so dass der Display fast flach liegt. Nun kann man den silbernen Kunstoffrahmen anheben. Die Abdeckung über den Scharnieren wird angehoben.

Die Tastatur ist auf einem flachen Träger befestigt, den man leicht anheben und dann in Richtung Display ziehen muss. Vorsicht, nicht zu stark, damit das Flachbandkabel nicht abgerissen wird. Wenn die Tastatur lose ist und nur noch an dem Flachbandkabel hängt, klappt man sie auf das Display.

Dann wird ein silbernes Blech sichtbar, das ebenfalls entfernt wird. Darunter befindet sich der mini-PCI-Steckplatz.

Wenn man darauf achtet, einen Intel-Chipsatz zu verwenden, erspart man sich das lästige Suchen eines Treibers. Alles Benötigte findet sich auf der Add-On-CD.

Installation

Das Notebook ist als Centribo-Notebook nicht besonders schwer zu installieren. Die meisten Geräte wurden von SUSE wie gewohnt auf Anhieb erkannt. Die üblichen Verdächtigen machten wieder einmal Schwierigkeiten.

Problemlos

Da das Notebook ein Centrino ist, kennt SUSE schon die wichtigsten Hardwarebauteile und weiß sie ordentlich zu verwalten. Suspend To Disk klappte, nachdem die Auflösung der Grafik korrekt eingerichtet wurde. Voraussetzung ist aber, dass die Swap-Partition mindestens so groß ist wie das Image des Hauptspeichers.

Das Abschalten des Displays beim Zuklappen des Deckels funktioniert auch. Beim Öffnen ist der Display gesperrt und muss durch Eingabe des Passworts wieder freigegeben werden.

Grafikauflösung

Die Grafikauflösung ist mit 1400x1050 offenbar nicht das, was Linux so erwartet. Insbesondere scheint openSUSE 10.3 ein paar Probleme zu haben, in höheren Auflösungen zu arbeiten als 768 Pixel Höhe, wenn die 3D-Beschleunigung aktiviert ist. Wird sie abgeschaltet, funktioniert auch eine Auflösung von 1280x1024. Aber das kann nicht das Ende sein.

In der Datei /etc/sysconfig/videobios kann hinterlegt werden, dass das Notebook auch mit 1400x1050 arbeitet. Das ist wichtig, weil sonst das Bild leicht verwaschen wirkt. Dazu werden zwei Variablen belegt:

VIDEOBIOS_PATCH="yes"
VIDEOBIOS_PARAMETERS="3c 1400 1050"

Nach dem nächsten Booten ist die Auflösung einwandfrei eingestellt. Auch nach dem Suspend to Disk wird in diese Auflösung zurückgekehrt.

Hintergrund

Der Hintergrund der Aktion ist ein spezielles Programm, das es für die Intel-Grafikchips gibt. Es heißt 915resolution. Damit lässt sich zunächst anzeigen, welche Grafikmodi unterstützt werden.
915resolution -l
Dies zeigt alle möglichen Auflösungen an, allerdings nicht 1400x1050. Also tragen wir ihn ein. Dazu müssen wir einen Modus kaputtmachen. Da 1920x1440 mit dem Notebook nicht erreichbar ist, ersetzen wir den Modus 3c:
# 915resolution 3c 1400 1050
Intel 800/900 Series VBIOS Hack : version 0.5.2

Chipset: 855GM
BIOS: TYPE 2
Mode Table Offset: $C0000 + $3c3
Mode Table Entries: 21

Patch mode 3c to resolution 1400x1050 complete
#
Erst einmal reicht das, um beim nächsten Reset des X-Servers (Strg-Alt-Backspace) eine tolle Auflösung zu haben. Blöderweise vergisst es das System beim nächsten Reboot.

Während bei SUSE der Eintrag in der Datei /etc/sysconfig/videobios dafür sorgt, dass der Patch beim Booten druchgeführt wird, muss für andere Distributionen ein Script geschrieben und in /etc/init.d abgelegt werden.

#!/bin/bash
915resolution 3c 1400 1050
Wir nennen den Script inst1400x1050.sh und fügen ihn in den Startablauf. Dazu wird im Verzeichnis /etc/init.d/rc5.d ein symbolischer Link auf den Skript gelegt.
ln -s ../inst1400x1050.sh S01inst1400x1050

Probleme

DVD-Laufwerk, CD-Brenner

Sowohl das Abspielen von Daten-DVDs als auch das Brennen von CDs funktioniert einwandfrei. Bei geeigneter Software ist auch das Abspielen von Video-DVDs kein Problem.

Das DVD-Laufwerk springt in regelmäßigen Abständen an. Zumindest wird auf dem LCD-Kontrollfeld die CD immer wieder angezeigt. Allerdings ist die übliche laute Anlaufen nicht zu hören. Gibt es jemand, der das Phämonen kennt und weiß, wie man es abstellt? Ich vermute, dass es dem Akkuverbrauch nicht guttut.

Das DVD-Laufwerk kann beim E4010 im laufenden Betrieb entfernt werden. Dazu ist extra ein Hebel angebracht. Leider erschüttert dies Linux erheblich. SUSE 10.2 bleibt sofort hängen. Wird das Laufwerk in ausgeschaltetem Zustand entfernt, gibt es keine Schwierigkeiten. Das Hot-Plugging scheint das Problem zu verursachen.

SUSE 10.3 ist da schon besser. Das Entfernen des Laufwerks stört das System offenbar nicht weiter. Allerdings auch nicht das Wiedereinstecken. Es bleibt unerkannt bis zum nächsten Reboot.

Festplatte

Die eingebaute 40 GB-Byte-Festplatte habe ich durch eine 100-GByte-Platte ersetzt. Seither fällt mir auf, dass unter 10.2 alle paar Sekunden ein kurzes Klacken ertönt und auf dem LCD-Kontrollfeld die Festplatte kurz angezeigt wird. Diese Anzeige erscheint auch unter 10.3, ist aber nicht mehr vom Klacken begleitet.

Links

Weitere Hinweise zu Laptops und Notebooks unter Linux:

tuxmobil.de von Werner Heuser
tuxmobil.org die internation ale Version repair4laptop.org Reparaturanleitungen


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