CD-ROM unter UNIX |
Das Einbinden funktioniert wie bei der Diskette mit dem Befehl mount. Auch die CD muss zunächst per umount ausgekoppelt werden, bevor sie entnommen werden kann. Da die CD-Laufwerke inzwischen alle eine Verriegelung besitzen, sind auch die PC-Versionen von UNIX nicht mehr darauf angewiesen, dass der Anwender aufpasst, sondern können eine eingebundene CD gegen das Herausnehmen sperren.
Das Programm cdrecord kommt aus dem Umfeld von Linux, findet sich
aber inzwischen, da es Open Source ist, auf allen großen UNIX Plattformen.
Bei MacOS X ist es nicht verfügbar, da das Brennen von CDs direkt in den
Desktop eingebunden ist.
CD-Brenner
Der Kontakt mit dem CD-Brenner erfolgt in erster Linie mit dem Programm
cdrecord. Als einen Parameter benötigt es die Information, wie
der CD-Brenner mit dem Gerät verbunden ist. Am einfachsten funktioniert
das mit SCSI-Laufwerken, bei denen der Controller, die SCSI-ID und die
LUN angegeben. Wird. Die LUN ist normalerweise 0, die SCSI-ID wird am Gerät
eingestellt und meistens besitzt man auch nur einen Controller. In den
folgenden Beispielen verwende ich meine Konfiguration. Und die SCSI-ID meines
Brenners ist 3.
mkisofs -J -R -o ../image.iso . |
Die Optionen von mkisofs bedeuten:
Die Zieldatei befindet sich im Verzeichnis unter dem Quellverzeichnis, damit das Image nicht in die Datensicherung hineingerät.
Brennen
Das erzeugte Image wird vom Programm cdrecord gebrannt. Das Programm
benötigt bei einer Standardinstallation root-Rechte. Sollen auch Anwender das
Gerät ansprechen, was bei einer Workstation sinnvoll ist, dann kann der
Administrator den Eigentümer auf root und das User-ID-Bit setzen.
cd /usr/bin chown root cdrecord chmod 4711 cdrecord |
Für SCSI-Brenner wird die SCSI-Nr als Parameter benötigt. Kennt man diese nicht, kann man sie mit Hilfe von cdrecord und der Befehlsoption -scanbus ermitteln. Für das Brennen wird dem Paramter dev= ein Tripel aus SCSI-Bus, also welchem Adapter, SCSI-ID und LUN (bei Brennern typischerweise 0) zur Bestimmung des Gerätes mitgegeben.
cdrecord -dev 0,3,0 -speed=2 image.iso |
Mit der Option speed=2 wird die Brenngeschwindigkeit auf 2 gesetzt. Schneller kann mein Brenner eben nicht. Vergisst man die Option, wird die Geschwindigkeit auf 1 gesetzt und das viele Geld für den schnellen Brenner ist umsonst ausgegeben.
mkisofs -R /home/mydata | cdrecord speed=2 dev=0,3,0 - |
cdrecord -v dev=0,3,0 speed=2 -isosize /dev/cdrom |
dd if=/dev/cdrom of=/tmp/img.iso cdrecord -v dev=0,3,0 speed=2 /tmp/img.iso |
| blank= | Wirkung |
| fast | Minimales Löschen: PMA, TOC und pregap werden gelöscht |
| track | Lösche nur einen Track (bei Multisession) |
| all | Komplette CD-RW löschen. Das wird etwas dauern. |
mkisofs -J -R -o ../image.iso . cdrecord -v speed=2 dev=0,3,0 -multi ../image.iso |
TRACKPOS=`cdrecord -msinfo dev=0,3,0` mkisofs -J -R -f -o ../image.iso -C $TRACKPOS -M 0,3,0 . cdrecord -v speed=2 dev=0,3,0 -eject -multi ../image.iso |
Um eine Multisession CD abzuschließen, wird beim cdrecord die Option -multi weggelassen.
cdrecord -dev 0,3,0 -speed=2 -pad -audio *.wav |
Die Option -pad ist notwendig, wenn Sie Direktaufnahmen von Musikcassetten oder alten Schallplatten auf CD sichern wollen. Die Länge der Stücke passt selten genau auf die Blocklänge von CDs.
cdparanoia 5 mysong.wav |
Damit wird der Track 5 von der CD gelesen und als Datei mysong.wav gespeichert. Mit dem Parameter -B liest cdparanoia alle Tracks der CD aus und gibt den einzelnen Dateien fortlaufende Namen.
http://www.xiph.org/paranoia/
CDs für mp3-Player werden nach ISO-9660 gebrannt, also wie gewöhnliche
CDs für Daten. Die mp3-Musikdateien werden als gewöhnliche Dateien abgestellt.
Die Erweiterungen Joliet und Rockridge stören nicht. Die
neueren mp3-Player beherrschen auch den Umgang mit Verzeichnissen, so dass
man nicht alle Titel in das Wurzelverzeichnis stellen muss. Das kann wichtig
sein, weil eine CD mit mp3 weit über 100 Musiktitel aufnehmen kann. Immerhin
ist eine mp3-Datei im Schnitt zwischen 2 und 5 MB groß.
Für das Konvertieren von WAV nach mp3 kann man das Programm
notlame verwenden. Für die Gewinnung von WAV aus mp3 gibt es das
Programm mpg123.
mp3-CDs
Audiodateien sind sehr groß. Mit mp3 ist es möglich, diese Dateien
auf ein Zehntel zu reduzieren. Der Klangverlust ist so gering, dass sie
insbesondere wenn man sie unterwegs im Auto oder im Zug hört, nicht ins
Gewicht fallen.
mp3-Dateien auspacken
Will man mp3-Dateien zum Brennen konventioneller Audio-CDs verwenden, muss
man zunächst WAV- oder AU-Dateien generieren.
Das kann das Programm mpg123.
mpg123 -w output.wav input.mp3 |
Mit diesen WAV-Dateien kann man dann wie oben gesehen, eine normale CD für die Verwendung in gewöhnlichen CD-Spielern herstellen. Natürlich wird die Qualität nicht so gut sein wie eine normale CD, da mp3 ja nun Kompromisse im Klang eingeht.
notlame --tt "Is That All" --ta "Headache" input.wav output.mp3 |
notlame bringt zwar keine Manpage mit, gibt aber auf die Option --help recht ausgiebige Informationen. Nähere Informationen finden sich im Internet unter der folgenden Adresse:
http://www.fokus.gmd.de/research/cc/glone/employees/joerg.schilling/private/cdrecord.html
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