SUSE-Linux auf Notebook acer Aspire 5051 AWXMi |
Dieser Erfahrungsbericht ist vielleicht dem einen oder anderen hilfreich,
der das gleiche Modell hat, oder überlegt, sich ein solches Notebook
zu beschaffen.
Sollte jemand Fehler finden, andere Erfahrungen haben oder Ergänzungen haben,
wo ich nicht weitergekommen bin, wäre ich für Hinweise dankbar.
Das acer Aspire 5051 AWXMi gibt es derzeit in zwei Varianten. Das eine ist mit Windows Vista ausgestattet und hat ein spiegelndes Display und das andere ist mit Windows XP versehen und hat ein entspiegeltes Display. Es scheint auch in anderen Bausteinen Unterschiede zu geben (siehe unten bei WLAN).
Meine Ausstattung:
Zunächst muss man eine Boot-CD herunterladen und brennen. Für den 64-Bit AMD sollte es gern die Variante x86_64 sein. Damit dann booten. Aber halt: Mein Notebook hatte als Boot-Device die Festplatte vor der CD stehen. Also mit der F2-Taste ins BIOS. Ein Umsortieren der Bootreihenfolge ist bei meinem BIOS nicht mit den angegebenen Tasten geglückt. Schließlich habe ich die Bootdevices aus der Reihenfolge gelöscht und so wieder eingefügt, dass das CD-Laufwerk vor der Platte gebootet soll.
Die darauf startende Installation lässt man solange laufen, bis die
Fehlermeldung auftaucht:
>>Von der Installations-CD kann nicht installiert werden.<<
Das ist auch vollkommen richtig. Von der CD ist eine Installation nicht
möglich, es soll ja über das Internet laufen.
Als neues Medium Netzwerk angeben. Das Protokoll ist FTP.
Als Server habe ich ftp5.gwdg.de gewählt. Manchmal ist der aber durchaus
ausgelastet.
Der Pfad lautet: pub/opensuse/distribution/10.2/repo/oss
Danach sollte der Rechner die Installations-Software aus dem Netz ziehen.
Nun geht alles seinen Gang. Das erste Mal muss man bei der Partitionierung wieder aufpassen.
/dev/sda1 (etwa 8 GB) ist der Platz an dem acer das Windows-Recovery versteckt. Ist diese beim ersten Start von Windows gesichert worden, könnte man diese Partition löschen. So hoffe ich jedenfalls. Zunächst habe ich sie einfach draufgelassen.
/dev/sda2 wird als FAT32 gemeldet, enthält aber dennoch die Windows-Vista-Installation. Ein Versuch, diese Partition zu verkleinern, brach die Installation ab. Dadurch musste ich nochmal fast ganz von vorn anfangen. Beim Scheitern der Installation wird nämlich auch die über 70 MB schwere Installations-Software erneut heruntergeladen. Das ist der erste Grund, warum ich diese Strategie in Zukunft vermeiden würde.
Immerhin legt acer eine leere NTFS-Partition an. Die kann leicht gelöscht werden. Eine logische Partition geht über die gesamte Restplatte. Darin werden drei logische Partitionen angelegt. Ein swap von 1,5 GB, eine / mit ca. 12 GByte und eine mit dem Rest, die ich auf /home gelegt habe.
Viele Dinge bekommt SUSE allein hin. So ist eine arbeitsfähige Umgebung bereits ohne das Zutun des Users erreichbar.
Den Treiber für die ATI Radeon Xpress 1100 habe ich bei ATI noch nicht gefunden. Und ob die anderen Treiber von ATI kompatibel sind, wollte ich nicht ausprobieren. Von der Beschleunigung erwarte ich nicht so große Vorteile, da ich kaum spiele, sondern allerhöchstens mal ein Video sehe. Dafür reicht die jetzige Konfiguration vollständig.
Yast -> Software -> Installationsquelle wechseln
Das Protokoll ist HTTP, der Server heißt www2.ati.com und das Verzeichnis suse/10.2.
Die ausgewählten Pakete:
ati-fglrxG01-kmp-default
x11-video-fglrxG01
Die Treiber werden mit Yast -> Hardware -> Grafikkarte erneuert.
Testlauf von glxgear mit fglrx:
7277 frames in 5.0 seconds = 1455.355 FPS 7789 frames in 5.0 seconds = 1557.790 FPS 7813 frames in 5.0 seconds = 1562.537 FPS 7793 frames in 5.0 seconds = 1558.411 FPS
Parallel erkennt das Notebook wunderbar eine USB-Maus. Beide können parallel bedient werden. Dabei wäre es mir lieber das interne Feld würde durch Anschließen einer externen Maus abgeschaltet.
Immerhin kann man sich helfen, indem man das Touchpad mit dem folgenden Befehl außer Gefecht setzt:
synclient TouchpadOff=1
ALSA sound/pci/hda/hda_codec.c:212: hda_codec: invalid dep_range_val 0:7fff ALSA sound/pci/hda/hda_intel.c:590: hda-intel: get_response timeout: IRS=0x10
Diese Zeile wird vielfach wiederholt. Dann folgt:
ALSA sound/pci/hda/hda_generic.c:643: hda_generic: no proper input path found ALSA sound/pci/hda/hda_generic.c:417: hda_generic: no proper output path found ALSA sound/pci/hda/hda_generic.c:916: hda_generic: no PCM found
Um dieses Problem zu umgehen, werden im Yast dem Treiber Parameter mitgegeben. Den Treiber bearbeiten. Dort erscheint eine Liste "Erweiterte Optionen für die Soundkarte". Hier werden die folgenden Optionen hinzugefügt:
| Name der Option | Wert |
|---|---|
| position_fix | 3 |
| probe_max | 3 |
Der Sound funktioniert, die eingebauten Lautsprecher sind recht leise und nicht besonders klangvoll.
Im gegenwärtigen Zustand läuft Lautsprecher und Kopfhörer parallel. Ich habe noch keinen Weg gefunden, die beiden getrennt anzusteuern.
Die Euro- und die Dollartaste direkt bei den Cursortasten funktionieren glücklicherweise nicht. Dadurch gibt es keine seltsamen Zeichen, wenn man von den Cursortasten abrutscht.
rpm -i madwifi-0.9.3-6.1.x86_64.rpm
Damit funktioniert der WLAN-Adapter einwandfrei, auch mit WEP und WPA. Letzteres war unter Windows Vista nicht möglich.
Auf der Vorderseite des Notebooks ist ein Schalter, mit dem man das WLAN abschalten können soll. Unter Linux funktioniert dieser Schalter nicht. Die Kontrollleuchte gibt Dauerlicht.
Ich habe mir einfach einen Bluetooth-Adapter für USB für etwa 10 Euro gekauft. Damit funktioniert es auf Anhieb.
Bei Suspend to disc werden die Daten auf die Platte geschrieben, oft auf eine besondere Partition. Der Vorteil ist, dass der Strom komplett abgeschaltet werden kann. Das Notebook kann so beliebig lange schlafen. Beim nächsten Einschalten werden die Daten von der Platte geladen und der Boot führt zum letzten Zustand des Notebooks. Der Nachteil ist offenkundig. Es dauert länger, bis das Notebook nach dem Schlaf wieder einsatzbereit ist.
Auf dem Acer habe ich keinen dieser Modi einwandfrei zum Laufen gebracht. Das Notebook stürzt beim Versuch des Suspend ab.
tuxmobil.de von Werner Heuser
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