Keine Installation von Linux auf dem Notebook Fujitsu-Siemens Amilo Xa2528

Willemers Informatik-Ecke

Stand 2010

Ein Leser dieser Seiten hat sich gemeldet und mir berichtet, dass er mit der Version Ubuntu 10.4 nicht die von mir berichteten Schwierigkeiten mehr hat. Sein Hauptproblem sei gewesen, dass der Subwoofer nicht arbeitete. Um diesem abzuhelfen, hat er in der Datei /etc/modprobe.d/alsa-base.conf die folgende Zeile ergänzt.

options snd-hda-intel model=6stack-dig

Stand 2008

Ich hatte schon häufiger Linux auf Notebooks installiert. Und in den letzten Jahren entstand der Eindruck, dass diese Aufgabe immer leichter zu bewältigen sei. Erstens ist Linux inzwischen immer besser geworden und zweitens erkennen immer mehr Hersteller, dass es auch ihnen nutzt, wenn Linux mit ihren Produkten zusammenarbeitet.

So hatte ich das Amilo Xa2528 gewählt. Gut ausgestattet und bezahlbar. Ich hatte gute Erfahrungen mit Fujitsu Siemens gemacht. Was soll passieren?

Der direkte Versuch

Das Einlegen der Linux-CD/DVD beginnt sowohl bei Ubuntu als auch bei Suse verheißungsvoll. Das Menü startet wie immer einwandfrei. Der Kernel wird geladen. Doch dann stockt es. Suse-Linux friert beim Laden von Modulen ein, Ubuntu wiederholt Fehlermeldungen. Anhand der Meldungen wird schnell klar, dass die Festplatte oder die DVD Ärger bereiten.

Die gescheiterte Kandidaten sind im Einzelnen: Ubuntu 8.04 sowohl 32 als auch 64 Bit. OpenSuse 10.2 64 Bit, 10.3 32 Bit, 11.0 64 Bit.

Installation per Internet

Die Suche nach der Ursache füllt diverse Foren, in denen man leider oft mehr Profilsucht als sachliche Hilfe findet. Immerhin war auf einer Seite ein Tipp, wie man eine Boot-CD erstellen kann, mit der eine Installation möglich sein soll.

Auf der Website www.instalinux.com können Startversionen der verschiedenen Distributionen erstellt werden. Ich habe eine solche CD für Ubuntu 8 erstellt und dann eine Installation per Netz versucht. Mit einigen Fehlermeldungen und Wiederholungen war es schließlich tatsächlich möglich, eine Installation auf dem Rechner zu schaffen. Allerdings machen die Controller wieder Ärger, sobald Ubuntu aus dem Bootmenü aufgerufen wird.

Reaktion von Fujitsu-Siemens

Ich habe nach dem Scheitern von Ubuntu und OpenSuse eine Support-Anfrage an Fujitsu-Siemens gestellt und gefragt, warum sich das Notebook so standhaft weigert, eine Linux-Installation zuzulassen, ob es irgend eine Hoffnung gäbe oder ob ich mein Widerrufsrecht nutzen solle und mir ein anderes Notebook beschaffen muss.

Die Antwort lautet:

...Das von Ihnen ausgewählten Produkt wurden von uns bisher nicht in Kombination mit dem Betriebsystemen Linux 10.2/10.3 und Ubuntu 8 getestet und ist daher nicht offiziell von Fujitsu Siemens Computers frei gegeben. Generell wird der Auslieferungszustand des Gerätes supportet.

Aufgrund der Vielzahl im Einsatz befindlicher unterschiedlicher Hard- und Softwarekomponenten kann deshalb nicht ausgeschlossen werden, dass bestimmte Komponenten auf Ihrem System nicht funktionieren oder durch die Installation/Verwendung dieses Treibers Systemabstürze, Datenverluste oder andere ungewünschte Folgen auf Ihrem System auftreten können.

Wir machen Sie nochmals ausdrücklich darauf aufmerksam, dass eine Installation/Verwendung der ausgewählten Komponenten auf Ihrem Computer System ausschließlich auf eigene Verantwortung und Gefahr erfolgt und wir Ihnen im Falle von möglicherweise auftretenden Fehlfunktionen im Zusammenhang mit der Installation/Verwendung keine technische Unterstützung leisten können. Fujitsu Siemens Computers übernimmt darüber hinaus in diesen Fällen auch keine über zwingendes Recht hinaus gehende Haftung

Das war deutlich. Ich habe das Notebook dem Händler zurückgegeben und werde in Zukunft einen anderen Hersteller wählen.

Stand: 25.6.2008

Noch ein Versuch: Netzinstallation mit Fedora

In einigen Foren liefen Gerüchte, es wäre möglich, Fedora zum Laufen zu bringen. Dazu wurde über eine Fedora 8 Rescue-CD eine Installation per FTP gestartet.

Die Rescue-CD findet sich, wie alle anderen Fedora-Medien auf dem Fedora-Wiki

Dort findet sich auch eine Anleitung für die Installation per http/ftp. Als Beispielserver wird dort der der TU Chemnitz angegeben.

URL: ftp://ftp.tu-chemnitz.de/pub/linux/fedora/linux/releases/8/Fedora/i386/os
Name des FTP-Servers: ftp.tu-chemnitz.de
Fedora Core Verzeichnis: /pub/linux/fedora/linux/releases/8/Fedora/i386/os

Tatsächlich, nach einigen Fehlermeldungen und beharrlichem Probieren gelang es, ein Fedora 8 auf die Platte zu bringen und anschließend aus dem Bootmenü zu starten. Die aktuelle Fedora 9 kennt sogar eine explizite Netzinstallations-CD. Damit gelingt das Installieren sogar ohne hakelige Fehlermeldungen. Auch hier ist ein bootfähiges Fedora auf der Platte.

Nach der ersten Freude stellt sich heraus, dass die CD bzw. DVD nicht ansprechbar ist. WLAN lief nicht. Erste Versuche mit madwifi klappten nicht. Die Soundkarte wollte auch nicht. Die Webcam konnte ich nicht ansprechen.

Konsequenzen

Dieser zickige Umgang mit Linux hat auch für Windows-Anwender Konsequenzen. Es gibt keine Möglichkeiten, einen infizierten Rechner mit Knoppix zu bereinigen oder auf diese Weise Daten zu retten.

Wenn Linux schon nicht funktioniert, wird es sicher auch Theater mit Solaris und BSD-Versionen geben. Das Notebook ist wohl mittelfristig ausschließlich als Vista-Notebook zu verwenden.

Ich brauche ein Notebook, das Probleme löst und nicht eines, das welche schafft. Es geht zurück.

Links

Weitere Hinweise zu Laptops und Notebooks unter Linux:

tuxmobil.de von Werner Heuser
tuxmobil.org die internation ale Version
repair4laptop.org Reparaturanleitungen


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